05. November 2008: 45 Schülertische warten auf Transport nach Jabang

„Hattingen hilft!“ vernetzt sich mit „Kindergarten Linden in Gambia“

Der Notruf aus der Nachbarschaft ist bei „Hattingen hilft!“ nicht überhört worden. Über die Zeitung hatten die Verantwortlichen für den „Kindergarten Linden“ in Jabang/Gambia zur Hilfe für die benachbarte Grundschule aufgerufen. Über 200 Schüler werden dort im Schichtbetrieb in zwei Klassenräumen unterrichtet. Es fehle vom Bleistiftanspitzer bis zu ausreichenden Schülertisch einfach alles. Bis zum nächsten Schuljahresbeginn im September und dem Beginn der Regenzeit müssten neue Räume gebaut werden.

Die Idee, sich mit den Initiatoren des Kindergärten Linden und der Buschklinik in Jahaly(„Projekthilfe Dritte Welt“) hier und in Gambia auf engem Raum zu vernetzen, fiel beim Vorstand von „Hattingen hilft!“ auf fruchtbarem Boden. Er war seit dem erneuten Ausbruch des Bürgerkrieges im Norden Sri Lankas auf der Suche nach einem neuen Aktionsfeld, um das Versprechen einzulösen, eine nachhaltige Hilfe zu bewirken. „Mit unserem bescheidenen Kassenbestand von 16 500 € können wir dort tatkräftige und langwirkende Hilfe leisten,“ erklärte Vorsitzender Hans Hartung.

Die ausrangierten Schulmöbel
PSchulleiterin Ute Roth  und HAZ-Mitarbeiter Horst Jeromin

Am Freitag (7.11.2008) fliegt er mit drei weiteren Vorstandsmitglieder – selbstverständlich alle auf eigene Kosten - zusammen mit den Vorsitzenden des Kindergarten Linden in Jabang, Gaby und Ernst Feller aus Bochum, und des Oldenburger Trägervereins der Schule, Ursula Möllerhaus, sowie weiteren Mitgliedern nach Gambia. Dort sollen mit dem Bürgermeister und Offiziellen der Regierung, die nur die Lehrer stellen, Gespräche geführt und Verträge abgeschlossen werden. Wegen der knappen Finanzlage ist zunächst nur ein Klassenraum geplant, obwohl mindestens zwei notwendig wären.

Dabei stehen bereits 127 gut erhaltene Schülerstühle, 45 Schülertische, zwei Lehrerpulte und mehrere Wandtafeln bereit, die man vor dem Abfallcontainer bei der Renovierung der Gräfin-Imma-Schule in Bochum-Stiepel rettete. „Hattingen hilft!“ sucht jetzt einen oder mehrere Sponsoren. Sie können einen ausrangierten Containern stiften oder sich am Transport nach Gambia beteiligen. Als erste Schule hat sich das Stiepeler Lehrerkollegium bereit erklärt, den Schulausbau in Gambia längerfristig mit zu unterstützen. Auch das HAZ – Hattingen Arbeit und Zukunft – leistet bereits tatkräftige Unterstützung im Rahmen seiner Möglichkeiten. Auf der jetzt gestarteten Reise nach Gambia soll auch ein selbstgebauter Solarkocher auf seine Praktikabilität und Akzeptanz bei der Bevölkerung getestet werden.

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